Lassen Sie sich defekte Heizungen im Winter nicht gefallen

Für einen Mieter gibt es wohl kaum etwas Schlimmeres, als das die Heizung in der kalten Jahreszeit ausfällt oder defekt ist. Wenn sich einzelne Zimmer oder sogar die ganze Wohnung nicht mehr beheizen lässt, dann muss der Vermieter umgehend reagieren und den Fehler beheben. Doch, was ist, wenn der Vermieter sich Zeit lässt? Welche Rechte hat man dann als Mieter? Darf man die Miete kürzen und/oder die Reparatur selbst beauftragen?

Was muss man als Mieter beachten, das man nicht auf den Kosten sitzen bleibt? Zu diesen Fragen gibt es grundlegende Gerichtsurteile, wenn es um den Streitfall „kaputte Heizung im Winter“ geht. Nur soviel vorab: Im Extremfall hat man als Mieter sogar das Recht die Miete komplett einzubehalten.

Wenn die Heizung nicht heizt!

Funktioniert die Heizung nicht, dann muss man das als Mieter nicht einfach hinnehmen und seine Gesundheit gefährden. Sondern der Sachverhalt ist recht einfach, der Vermieter muss den Mangel an der Heizung schnellstens beseitigen und das ganz unabhängig davon, ob er daran Schuld trägt oder nicht. Die Voraussetzung dazu ist jedoch, dass man als Mieter unverzüglich den Schaden meldet.

Die laufende Rechtssprechung in Deutschland besagt – und da sind sich die deutschen Gerichte zumeist einig – das eine Wohnraumtemperatur von 20 – 22 Grad tagsüber in den Wohnräumen erreicht werden muss. Jedoch gilt diese Vorgabe nur für die Zeit zwischen 6 und 23 Uhr – so hat das Landgericht Berlin mit dem Aktenzeichen 64 S 266/97 beschlossen. Während der Nachtstunden muss eine Temperatur von mindestens 18 Grad erreicht werden.

So geht man richtig vor bei einer defekten Heizung

Wenn der Ofen oder die Heizkörper nicht richtig warm werden, dann den Vermieter unverzüglich davon in Kenntnis setzen. Denn nur so ist er in der Lage, sich sofort um den Mangel zu kümmern. Wenn der Vermieter nicht reagiert, dann muss ihm eine weitere letzte Frist gestellt werden, damit er den Mangel beseitigen kann. Wie lang diese sein muss, das ist abhängig davon, wie gravierend der vorliegende Mangel ist und in welchen Umfang die Wohnqualität beeinträchtigt wird.

So berechtigt ein Totalausfall eine kürzere Frist als der Ausfall nur eines Heizkörpers. Ist die Frist verstrichen, darf man selbst einen Fachbetrieb beauftragen, der die Reparatur vornimmt. Die Kosten hat der Vermieter zu tragen. Wenn er diese nicht direkt übernimmt, dann können diese von der nächsten Mietzahlung abgezogen werden.